Gute Nacht mit Fridolin – zur Startseite

Folge 8 · 31. Juli 2026 · 47 Minuten

Die Sonne – unser ruhiger, warmer Stern

Episodenbild zu «Die Sonne – unser ruhiger, warmer Stern»

Heute Abend geht es um die Sonne – unseren eigenen Stern. Ganz ruhig erzählt Fridolin von ihrer Wärme und ihrem Licht, von den Schichten tief in ihrem Inneren, den dunklen Flecken auf ihrem hellen Gesicht und den warmen Farben des Abendhimmels. Eine langsame Geschichte über den ruhigen, verlässlichen Stern, der jeden Morgen aufgeht und jeden Abend wieder untergeht.

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Denk einmal an einen warmen Tag. An einen Nachmittag … an dem die Sonne schien … und alles in ein weiches, helles Licht getaucht war. Vielleicht lagst du irgendwo im Gras … oder saßt auf einer Bank … und hast die Augen geschlossen. Und da war diese Wärme … auf deiner Haut … auf deinem Gesicht. Ganz ruhig … ganz gleichmäßig … einfach da. Du musstest nichts dafür tun. Die Wärme kam von ganz allein … von weit oben herab … und legte sich sanft über dich.

Und am Abend … ganz langsam … wurde dieses Licht weicher. Die Sonne sank tiefer … und tiefer … und färbte den Himmel in warme Töne … bis sie schließlich unterging. Dann wurde es still … und kühl … und dunkel. So wie jetzt. Die Sonne ist fort … für diese Nacht. Sie scheint gerade auf der anderen Seite der Erde … auf Menschen, bei denen jetzt Tag ist. Und während du hier liegst … in der Dunkelheit … ist sie schon wieder unterwegs zu dir … für morgen.

Diese Sonne … die dich am Tag wärmt … ist in Wahrheit ein Stern. Ein Stern … so wie die vielen kleinen Lichter … die du nachts am Himmel siehst. Nur ist dieser eine … unser Stern. Er steht uns viel näher als alle anderen … und darum ist er so groß und so hell. Am Tag strahlt er so kräftig … dass wir ganz vergessen … dass es ein Stern ist. Wir sagen einfach … die Sonne. Und doch ist sie nichts anderes … als ein Stern … ganz nah bei uns.

Unter den vielen Sternen … ist die Sonne gar nichts Besonderes. Kein Riese … kein seltenes Licht … sondern ein ganz gewöhnlicher Stern. Die Sternforscher nennen sie einen gelben Zwerg. Ein mittelgroßer, ruhiger Stern … von denen es unzählige gibt. Sie steht am Rand … im äußeren Drittel … eines großen Sternsystems … das man die Milchstraße nennt. Dort ist sie eine unter vielen, vielen anderen. Für das ganze Weltall … ein kleiner, durchschnittlicher Stern. Aber für uns … ist sie alles.

Und all die anderen Sterne … die du nachts am Himmel siehst … sind in Wahrheit auch Sonnen. Jedes dieser kleinen, fernen Lichter … ist ein Stern … so wie unsere Sonne … oder noch viel größer. Sie erscheinen uns nur so winzig … weil sie so unfassbar weit weg sind. So weit … dass ihre Wärme uns niemals erreicht. Nur ein kleiner, kühler Funke … kommt von ihnen bei uns an. Unsere Sonne aber … steht ganz nah. Und darum … wärmt sie uns … während die anderen nur leise funkeln.

Und für uns … ist sie das Hellste, was es gibt. Nichts am ganzen Himmel … strahlt heller als sie. Kein Stern … kein Mond … nichts. Ihr Licht ist so kräftig … dass man nicht hineinsehen kann. Man darf nie … geradewegs in die Sonne blicken. Wer sie beobachten will … braucht besondere, dunkle Gläser … oder muss ihr Bild an eine Wand werfen. So hell … so mächtig … ist dieser eine Stern … über uns.

So gewöhnlich sie auch ist … für uns ist sie unvorstellbar groß. Stell dir die Erde vor … die ganze weite Erde … mit allen Ländern … allen Meeren … allen Bergen. Und nun stell dir vor … die Sonne wäre eine hohle Kugel. Dann würden mehr als eine Million Erden … in sie hineinpassen. Quer über die Sonne … von einer Seite zur anderen … liegen mehr als hundert Erden nebeneinander. Sie ist so groß … dass fast alles … was im ganzen Sonnensystem an Masse steckt … in ihr allein zu finden ist. Die Sonne … und daneben … ein winziger Rest … das sind die Planeten.

Und diese gewaltige Kugel … ist beinahe vollkommen rund. Kein Berg … kein Tal … keine Kante … stört ihre Form. Nur eine glatte, glühende Kugel … so gleichmäßig … wie man sie kaum irgendwo sonst findet. Ganz sanft gerundet … von allen Seiten gleich. Und ruhig … dreht sie sich um sich selbst … diese vollkommene, runde Scheibe aus Licht. Ein stilles, gleichmäßiges Bild … hoch über allem.

Und diese riesige Kugel … steht sehr weit von uns entfernt. Rund hundertfünfzig Millionen Kilometer … liegen zwischen ihr und uns. Eine Weite … die man sich kaum vorstellen kann. Und doch … über diese ganze, weite Strecke … kommt ihre Wärme bei uns an. Ihr Licht reist durch den dunklen, leeren Raum … ganz still … ohne Laut … und trifft am Ende ganz sanft auf deine Haut. Die Wärme eines Tages … kommt von einem Stern … der so unendlich weit weg ist.

Und diese Weite … bleibt nicht immer ganz gleich. Denn die Erde … zieht ihre Bahn um die Sonne … nicht als ganz runder Kreis … sondern ein wenig länglich. Mal sind wir der Sonne etwas näher … mal ein kleines Stück weiter weg. Im einen Teil des Jahres … rücken wir ihr etwas näher. Im anderen … entfernen wir uns ein wenig. Dann sieht die Sonne … ein winziges bisschen größer … oder kleiner aus. So wenig … dass man es mit bloßem Auge gar nicht bemerkt. Ganz sacht … pendelt die Erde … um ihren warmen Stern.

Und was da zu uns kommt … ist mehr als nur Wärme. Es ist das, wovon alles lebt. Ohne das Licht der Sonne … gäbe es keine Pflanzen … kein Grün … keine Wälder … keine Wiesen. Es gäbe keinen Tag … keine Jahreszeiten … kein Leben, wie wir es kennen. Alles, was wächst … wächst dem Licht entgegen. Jeder Halm … jedes Blatt … dreht sich zur Sonne. Sie ist der stille Ursprung … von fast allem … was auf der Erde lebt.

Die Pflanzen … trinken das Licht. Sie fangen die Sonnenstrahlen ein … mit ihren grünen Blättern … und machen daraus … ihr Wachstum. Aus Licht … wird ein Blatt … wird ein Halm … wird eine Frucht. Und alles, was wir essen … geht am Ende darauf zurück. Auf ein wenig Sonnenlicht … das eine Pflanze eingefangen hat … vor nicht allzu langer Zeit. So trägt uns die Sonne … Tag für Tag … ganz unbemerkt.

Und sie schenkt uns davon … unglaublich viel. Mehr Licht und Wärme … als wir Menschen je gebrauchen könnten. Zehntausendmal so viel Energie … wie alle Menschen zusammen verbrauchen … kommt jedes Jahr von der Sonne zur Erde. Zehntausendmal so viel. Und sie schickt es einfach … Tag für Tag … ohne dass wir darum bitten müssten. Ganz selbstverständlich … fällt dieses Licht auf die Welt … und wärmt sie.

Und dabei … strahlt sie in jedem Augenblick … so unvorstellbar viel aus. In einer einzigen Sekunde … gibt die Sonne so viel Kraft ab … wie die Menschen … seit dem Beginn der großen Maschinen … viele tausend Male … verbrauchen könnten. In einer einzigen Sekunde. Und davon … fällt nur ein winziger Teil … auf die Erde. Auf jedes kleine Stück Boden … auf jede Handfläche voll Erde … legt sich still ein wenig von dieser Kraft. Und schon das … genügt … um eine ganze Welt zu wärmen … und alles darauf am Leben zu halten. Der Rest … strahlt einfach hinaus … in den weiten, dunklen Raum.

Aber woraus besteht dieser Stern eigentlich. Nicht aus festem Boden … nicht aus Stein oder Erde. Man könnte auf der Sonne nicht stehen … es gibt dort nichts Festes. Sie ist eine riesige Kugel … aus glühendem Gas. Und dieses Gas … ist vor allem eines … Wasserstoff. Der leichteste … der einfachste Stoff, den es gibt. Dazu ein wenig Helium … und nur ganz wenig von allem anderen. Ein gewaltiger, glühender Ball … aus dem leichtesten Gas des Weltalls.

Und dieser Ball … ist heiß. An seiner Oberfläche … dort, wo das Licht herkommt, das wir sehen … sind es etwa fünftausendfünfhundert Grad. Eine Hitze … die wir uns kaum vorstellen können. Alles, was wir kennen … würde dort längst verglühen. Und doch ist diese Oberfläche … noch der kühlste Teil … des Inneren. Denn je tiefer man käme … desto heißer würde es. Bis hinein … in das ferne, verborgene Herz der Sonne.

Und diese Oberfläche … steht niemals ganz still. Sie ist bedeckt … mit unzähligen kleinen Zellen. Überall … steigt heißes Gas nach oben … kühlt ein wenig ab … und sinkt wieder hinab. Wie in einem Topf … in dem etwas ganz sacht köchelt. Jede dieser kleinen Zellen … lebt nur wenige Minuten … dann ist sie vergangen … und eine neue tritt an ihre Stelle. Ein leises, beständiges Wallen … über die ganze glühende Fläche. Nie ganz ruhig … und doch … immer gleich.

Tief drinnen … ganz in der Mitte … liegt der Kern. Und dort … ist es unvorstellbar heiß. Viele Millionen Grad … in diesem winzigen, verborgenen Zentrum. Mehr als fünfzehn Millionen Grad … ganz im Innersten. Dort ist das Gas so dicht zusammengepresst … so schwer … so eng … dass etwas Wunderbares geschieht. Dort … tief im Herzen der Sonne … entsteht ihre ganze Kraft.

Und das geht so vor sich. Im Kern … werden die kleinsten Teilchen des Wasserstoffs … langsam zu Helium … zusammengefügt. Aus dem leichten Stoff … wird ein etwas schwererer. Und bei dieser Verwandlung … wird Wärme frei … und Licht. So macht die Sonne … ihre Energie. Ganz tief in ihrem Inneren … verwandelt sie … seit Milliarden von Jahren … den einen Stoff in den anderen … und leuchtet dabei.

Und das Schönste daran … ist, wie langsam das geschieht. Man könnte meinen … in der Sonne ginge es wild und stürmisch zu. Aber im Kern … geschieht alles … mit unendlicher Geduld. Ein einzelnes Teilchen … wartet im Mittel … viele Milliarden Jahre … bis es endlich mit einem anderen zusammenfindet. Milliarden Jahre … für einen einzigen kleinen Schritt. Nichts wird gedrängt … nichts wird beschleunigt. Die Sonne hat alle Zeit der Welt.

Auch die Wärme selbst … hat es nicht eilig. Ist im Kern erst einmal Licht entstanden … dann beginnt für dieses Licht … eine lange, lange Reise. Es muss von ganz innen … bis nach außen … an die Oberfläche. Und dieser Weg … dauert unfassbar lange. Nicht Sekunden … nicht Jahre … sondern viele tausend Jahre. Zehntausend … und noch weit mehr … ist die Wärme unterwegs … von innen nach außen. Das Licht, das dich heute wärmt … ist tief in der Sonne entstanden … vor sehr, sehr langer Zeit.

Und trotz all dieser Hitze und Kraft … geht es im Inneren erstaunlich ruhig zu. Man stellt sich die Sonne oft vor … wie ein loderndes Feuer. Aber in jedem einzelnen kleinen Fleck ihres Kerns … wird gar nicht so viel Wärme frei. Nicht mehr … als in einem Haufen Laub … der langsam vor sich hin wärmt. Es ist nur … dass die Sonne so unglaublich groß ist. Diese vielen kleinen, ruhigen Wärmen … zusammengenommen … über die ganze riesige Kugel … ergeben das gewaltige Licht … das wir kennen.

Man kann sich die Sonne … in Schichten vorstellen. Wie eine Zwiebel … aus vielen Lagen … eine um die andere. Ganz innen … der heiße Kern … wo alle Kraft entsteht. Darum herum … eine dicke Schicht … durch die die Wärme … ganz langsam nach außen sickert. Und weiter draußen … noch eine Schicht … in der das heiße Gas … in großen, langsamen Strömen aufsteigt und wieder sinkt. Schicht um Schicht … von innen … bis ganz nach außen. Ein ruhiger Aufbau … um das verborgene Herz herum.

Und ganz außen … liegt die Schicht, die wir sehen. Man nennt sie … die leuchtende Oberfläche. Von dort … löst sich das Licht … und macht sich auf den Weg zu uns. Alles Sonnenlicht, das du je gesehen hast … kommt aus dieser einen Schicht. Sie ist die Grenze … zwischen dem Inneren … das wir nie sehen … und dem Licht … das hinaus in den Raum strahlt. Ein weiches, gleichmäßiges Leuchten … über die ganze runde Scheibe.

Über dieser leuchtenden Schicht … liegt noch eine dünne Hülle. Man kann sie fast nie sehen … denn das helle Licht darunter … überstrahlt sie. Nur in ganz seltenen Augenblicken … wird sie sichtbar. Dann nämlich … wenn der Mond sich genau vor die Sonne schiebt … und ihr helles Licht für kurze Zeit verdeckt. In diesem Moment … erscheint rund um die dunkle Sonne … ein zartes, rötliches Leuchten. Ganz still … ganz fein … für ein paar Augenblicke.

Und noch weiter draußen … ganz zuäußerst … liegt der Kranz der Sonne. Auch ihn sieht man nur … wenn der Mond die Sonne verdeckt. Dann zeigt sich … rund um die verdunkelte Scheibe … ein weiter, silbriger Strahlenkranz. Ganz sacht … in alle Richtungen … hinaus in den dunklen Himmel. Er reicht weit hinaus … über die Sonne selbst hinaus … und leuchtet dabei ganz zart. Ein stiller Schein … wie ein Kranz aus Licht … um den dunklen Kreis.

Und dieser äußere Kranz … birgt ein leises Rätsel. Denn er ist heißer … viel heißer … als die Oberfläche darunter. Mehr als eine Million Grad … ist er heiß. Während die Oberfläche … nur wenige tausend Grad hat. Wie das sein kann … dass es weiter außen heißer ist als weiter innen … darüber wundern sich die Sternforscher bis heute. Ein stilles Geheimnis … das die Sonne noch für sich behält. Nicht alles … muss man verstehen.

Auf der leuchtenden Oberfläche … gibt es dunkle Flecken. Sonnenflecken … nennt man sie. Sie sehen dunkel aus … weil sie ein wenig kühler sind … als alles rundherum. Kühler … und darum … ein wenig weniger hell. Die Menschen kennen diese Flecken … schon seit uralter Zeit. Schon vor vielen hundert Jahren … haben sie sie bemerkt … und sich darüber gewundert. Kleine dunkle Male … auf dem hellen Gesicht der Sonne.

Und diese Flecken … haben den Menschen etwas verraten. Denn wenn man sie über die Tage beobachtet … dann wandern sie langsam … über die Sonne hinweg. Von einer Seite … zur anderen. Und daraus haben die Menschen erkannt … dass die Sonne sich dreht. Ganz langsam … dreht sie sich um sich selbst … wie ein großer Ball. Ein Fleck verschwindet am einen Rand … und taucht … nach etwa zwei Wochen … am anderen Rand wieder auf. So still … so gleichmäßig … dreht sich die Sonne.

Für eine ganze Umdrehung … braucht sie ungefähr … vier Wochen. Fast einen Monat lang … dreht sie sich einmal ganz herum. Und das Merkwürdige ist … sie dreht sich nicht überall gleich schnell. In der Mitte … am Bauch der Sonne … geht es etwas schneller. Weiter oben und unten … zu den Polen hin … dreht sie sich ein wenig langsamer. Weil die Sonne kein fester Ball ist … sondern aus Gas … darf sie sich so bewegen. Jeder Teil … in seinem eigenen ruhigen Takt.

Und auch die Flecken selbst … kommen und gehen … in einem langsamen Takt. Eine Zeit lang … trägt die Sonne viele Flecken. Dann … über die Jahre … werden es wieder weniger … bis kaum noch welche zu sehen sind. Und dann … ganz allmählich … werden es wieder mehr. Etwa alle elf Jahre … wiederholt sich dieses ruhige Auf und Ab. Ein langsames Atmen … über die Jahre hinweg. Mehr Flecken … weniger Flecken … und wieder mehr … ganz ohne Eile.

Und diese Flecken … haben mit etwas Verborgenem zu tun. Die Sonne trägt … so wie die Erde … eine stille Kraft in sich … eine Art Magnetismus. Bei der Sonne aber … ist er noch weit stärker … als bei der Erde. Und dort, wo diese Kraft besonders dicht zusammenkommt … entstehen die dunklen Flecken. Auch diese verborgene Kraft … kehrt sich langsam um … über die Jahre. Ganz allmählich … dreht sie sich … von der einen Seite zur anderen. Ein stilles, langsames Wenden … tief im Inneren der Sonne.

Und noch etwas geschieht … ganz leise … in ihrem Inneren. Die Sonne … schwingt. Ganz sacht … hebt und senkt sich ihre Oberfläche … immer und immer wieder … in einem feinen Takt. Durch ihr Inneres … laufen leise Wellen … hin und her. Man könnte sagen … die Sonne klingt … wie eine große Glocke … die man nicht hören kann. Ein tiefes, stilles Schwingen … das nie aufhört. Und aus diesem leisen Klingen … haben die Sternforscher gelernt … wie es tief in ihrem Inneren aussieht.

Vielleicht fragst du dich … welche Farbe die Sonne eigentlich hat. Wir sagen oft … die Sonne sei gelb. Doch das stimmt nicht ganz. Draußen im Weltall … von oben gesehen … ist die Sonne eigentlich weiß. Gelb wird sie erst … für uns hier unten … auf der Erde. Denn ihr Licht … muss durch die Luft … durch unsere ganze Lufthülle. Und dabei … verändert sich seine Farbe.

Das kommt so. Im weißen Sonnenlicht … stecken alle Farben zugleich. Wenn dieses Licht durch die Luft dringt … wird ein Teil davon zur Seite gestreut. Vor allem das blaue Licht … wird überallhin verteilt. Darum ist der ganze Himmel … am Tag … blau. Und weil das Blau sich so über den Himmel verteilt … bleibt für die Sonne selbst … ein warmer, gelblicher Ton. Ein einfaches Spiel … zwischen dem Licht … und der Luft.

Und am schönsten … zeigt sich das … am Abend. Wenn die Sonne tief steht … kurz vor dem Untergang … muss ihr Licht einen besonders langen Weg durch die Luft nehmen. Dann wird noch mehr Blau … zur Seite gestreut. Und übrig bleibt … das warme Rot … das tiefe Orange. Darum färbt sich der Himmel am Abend … so warm. Die ganze rote, ruhige Farbe des Sonnenuntergangs … ist nichts anderes … als Licht … das einen langen Weg durch die Luft gegangen ist. Ein leises Abschiednehmen … am Ende des Tages.

Und aus demselben Licht … entstehen noch andere zarte Erscheinungen. Manchmal … steht ein blasser Ring rund um die Sonne … oder ein feiner Lichtschein neben ihr. Manchmal … wenn Regen fällt … und die Sonne zugleich scheint … spannt sich ein Regenbogen über den Himmel. All das … ist nichts als Sonnenlicht … das durch feine Tröpfchen … oder durch die Luft … gebrochen wird. Aus dem einen weißen Licht … werden viele Farben. Ein stilles Geschenk … das die Sonne … immer wieder … an den Himmel malt.

Seit es Menschen gibt … richten sie sich nach der Sonne. Sie geht am Morgen auf … und ordnet den Tag. Sie steht am Mittag hoch … und sinkt am Abend wieder. Und über das ganze Jahr hinweg … steht sie mal höher … mal tiefer … und schenkt uns die Jahreszeiten. Der Morgen … der Mittag … der Abend … alles bekommt seinen Platz … durch ihren ruhigen Lauf. Die Sonne … ist die große Uhr … über allem. Nach ihr … richtet sich die ganze Welt.

Und über das Jahr hinweg … verändert sich ihr Lauf. Im Sommer … steigt die Sonne hoch hinauf … und bleibt lange am Himmel. Die Tage sind lang … und warm … und hell. Im Winter … bleibt sie tief … und zieht nur einen kurzen Bogen. Dann sind die Tage kurz … und die Nächte lang … und kühl. Und dazwischen … im Frühling und im Herbst … hält sie sanft die Mitte. So schenkt uns die Sonne … die Jahreszeiten … ein ruhiges Kommen und Gehen … immer im selben Kreis.

Und dabei … ist es in Wahrheit die Erde … die sich bewegt. Sie dreht sich einmal am Tag um sich selbst … darum geht die Sonne auf … und wieder unter. Und sie zieht in einem großen, ruhigen Bogen … einmal im Jahr … rund um die Sonne. Ein ganzer Umlauf … das ist ein Jahr. Die ganze schwere Erde … mit allem, was auf ihr ist … kreist ganz still … um diesen einen warmen Stern. Und wir merken nichts davon … so sanft geschieht es.

Und die Erde … ist dabei nicht allein. Rund um die Sonne … ziehen noch andere Welten ihre Bahnen. Acht Planeten … kreisen um sie herum … jeder auf seinem eigenen Weg … in seinem eigenen Abstand. Und in der Mitte … von allem … steht die Sonne. Sie hält sie alle … mit ihrer stillen Kraft … und lässt sie um sich kreisen. Die Erde … ist nur eine davon … eine kleine Welt … unter mehreren.

Und was sie alle zusammenhält … ist eine unsichtbare Kraft. Die Sonne zieht … mit ihrer ganzen Schwere … an allem um sie herum. Diese Anziehung … reicht über die riesigen Weiten hinweg … und hält jeden Planeten sanft auf seiner Bahn. Auch die Erde … wird von ihr gehalten. Ohne dieses stille Band … würde die Erde einfach fortdriften … hinaus in den dunklen Raum. Doch die Sonne hält sie … Jahr um Jahr … ganz ruhig bei sich. Eine unsichtbare Hand … die uns … immer wieder … um sie herumführt.

Und darum … haben die Menschen die Sonne immer verehrt. Seit den ältesten Zeiten … in vielen Ländern … bei vielen Völkern … war die Sonne heilig. Sie wurde besungen … und gefeiert … und mit Freude begrüßt. Denn jeder wusste … von ihr kommt die Wärme … von ihr kommt das Leben. Wenn sie am Morgen aufging … wurde es hell und warm. Wenn sie am Abend versank … kamen Kühle und Ruhe. So lange schon … schaut der Mensch zu ihr auf … voller Dankbarkeit.

Und es ist immer dieselbe Sonne … die über allen scheint. Dieselbe Sonne … die dich heute gewärmt hat … hat auch deine Eltern gewärmt … und deren Eltern. Dieselbe Sonne … die vor tausend Jahren … über die Felder schien … scheint heute … über dich. Sie ist über allen Menschen aufgegangen … die je gelebt haben. Über jedem Kind … über jedem alten Menschen … über jedem Land … zu jeder Zeit. Ein einziger, warmer Stern … für alle … seit unvorstellbar langer Zeit. Und morgen früh … geht er wieder auf … so wie immer.

Doch lange Zeit … wusste niemand … was sie eigentlich zum Leuchten bringt. Die Menschen sahen ihr Licht … spürten ihre Wärme … aber woher das alles kam … blieb ein Rätsel. Erst vor etwa hundert Jahren … hat man es verstanden. Erst da … begriff man … dass tief in ihrem Inneren … die kleinsten Teilchen zusammenfinden … und dabei leuchten. Ein Rätsel … so alt wie die Menschheit … das erst vor kurzem … seine stille Antwort fand.

Und weil man nie geradewegs hineinsehen darf … mussten die Menschen sich etwas einfallen lassen. Sie fingen das Sonnenlicht ein … und warfen sein Bild … ganz sacht … auf eine helle Wand. Dort … als runde, ruhige Scheibe … konnten sie es betrachten. Und die dunklen Flecken darauf … Tag für Tag … aufzeichnen. Mit besonderen, dunklen Gläsern … schauen manche zur Sonne hinauf … und beobachten sie … voller Geduld. So sorgsam … so behutsam … nähern sich die Menschen … diesem hellen, fernen Stern.

Und wie alt ist dieser Stern nun selbst. Die Sonne … ist sehr, sehr alt. Viele Milliarden Jahre … leuchtet sie schon. Länger, als es die Erde gibt … länger, als man sich denken kann. Und doch … ist sie erst in der Mitte ihres Lebens. Sie ist kein junger, wilder Stern … und kein alter, müder. Sie ist ruhig … und gleichmäßig … in ihren besten Jahren.

Und geboren wurde sie … aus einer großen Wolke. Vor sehr langer Zeit … schwebte an ihrer Stelle … nichts als eine weite Wolke … aus Gas und feinem Staub. Ganz langsam … zog diese Wolke sich zusammen. Sie wurde dichter … und dichter … und in ihrer Mitte … immer wärmer. Bis es schließlich … in ihrem Herzen … zu leuchten begann. Das war die Geburt der Sonne … vor etwa viereinhalb Milliarden Jahren. Aus einer stillen Wolke … wurde ein Stern.

Und sie wurde nicht allein geboren. Aus derselben großen Wolke … entstanden noch andere Sterne … eine ganze Schar … zur gleichen Zeit. Geschwister … könnte man sagen … aus demselben Ursprung. Über die langen Zeiten … sind sie auseinandergedriftet … weit fort … in alle Richtungen. Irgendwo dort draußen … am Himmel … steht noch heute ein Stern … der wie ein Bruder unserer Sonne ist. Aus derselben Wolke geboren … vor unvorstellbar langer Zeit.

Und mit ihren vielen Geschwistern … und unzähligen anderen Sternen … gehört die Sonne zu einem großen, langsamen Rad. Die Milchstraße … nennt man dieses Rad. Ein weites Band aus Sternen … so viele … dass man sie nicht zählen kann. Unsere Sonne … steht weit draußen … am ruhigen Rand. Nicht in der Mitte … nicht im Gewühl … sondern still … in einer ruhigen Ecke dieses großen Rades. Eine kleine, warme Sonne … unter Milliarden … und für uns … die einzige, die zählt.

Und unsere Sonne … wird noch sehr, sehr lange scheinen. Länger, als ein Mensch es sich vorstellen kann. Milliarden Jahre … wird sie noch aufgehen und untergehen … Morgen für Morgen … Abend für Abend. Für dich … in deinem Leben … verändert sie sich nicht. Sie ist da … so wie sie gestern da war … und so wie sie morgen da sein wird. Ein ruhiger, verlässlicher Stern … auf den man sich verlassen kann. Und sie verlangt nichts von dir. Sie will nicht … dass du etwas tust … oder etwas leistest. Sie scheint einfach … über alle … über die Guten und über die Müden … über die Wachen und über die Schlafenden. Ganz gleichmäßig … fällt ihr Licht … auf jeden … der sich ihm zuwendet. Und du … musst dafür … gar nichts tun. Nur da sein … und dich wärmen lassen.

Und während sie so ruhig am Himmel steht … strömt beständig etwas von ihr aus. Ganz leise … sendet die Sonne einen feinen Strom hinaus in den Raum. In alle Richtungen … strömt es von ihr fort … ganz sanft … die ganze Zeit. Ein stiller Wind … der von der Sonne weht … durch das ganze Sonnensystem. Auch das … geschieht ganz ohne Lärm. Ein ruhiges, gleichmäßiges Ausströmen … seit Milliarden von Jahren … Tag und Nacht.

Und all das … geschieht in völliger Stille. Die Sonne glüht … und strahlt … und schwingt … und doch … macht sie keinen einzigen Laut. Denn zwischen ihr und uns … ist leerer Raum … und durch den leeren Raum … dringt kein Ton. Kein Rauschen … kein Knistern … kein Brausen. Dieser gewaltige, glühende Stern … arbeitet ganz ohne Geräusch. So mächtig … und doch … so still. Wie ein großes, warmes Licht … das einfach nur … leuchtet.

Du weißt nun so vieles … über diesen einen Stern. Dass er in Wahrheit ein Stern ist … ganz nah bei uns. Dass er so groß ist … dass eine Million Erden in ihn passen würden. Dass er aus glühendem Gas besteht … und tief in seinem Herzen … Wärme macht. Dass sein Licht … viele tausend Jahre unterwegs ist … von innen nach außen. Dass er sich langsam dreht … und dunkle Flecken trägt … und am Abend den Himmel rot färbt. Dass er aus einer stillen Wolke geboren wurde … vor unvorstellbar langer Zeit. Aber du musst dir nichts davon merken. Du darfst alles wieder loslassen … und einfach nur … an die ruhige Wärme denken.

Denn jetzt ist Nacht. Und weißt du … was die Nacht eigentlich ist. Die Erde dreht sich … ganz langsam … einmal am Tag um sich selbst. Und gerade jetzt … hat sich deine Seite der Erde … von der Sonne abgewandt. Du bist im Schatten der Erde … im weichen, dunklen Schatten. Dort ist es kühl … und ruhig … und still. Das ist die Nacht … nichts weiter … als die abgewandte Seite. Und ganz langsam … dreht sich die Erde weiter … und trägt dich … Stunde um Stunde … dem Morgen entgegen.

Und die Sonne … ist auf der anderen Seite der Erde. Sie ruht für dich … dort drüben … hinter dem Rand der Welt. Und ganz langsam … wandert sie … wieder auf dich zu. Du musst nicht auf sie warten. Du musst dem Morgen nicht entgegensehen. Sie kommt … ganz von allein … wie an jedem Tag zuvor. Am Morgen … wird sie wieder da sein … am Rand des Himmels … und es hell machen.

Und dann … ganz sacht … kehrt auch die Wärme zurück. Das erste Licht … wird über den Rand der Erde steigen … und alles … langsam wieder erwärmen. Die kühle Nacht … wird weichen … und ein neuer, heller Tag … wird beginnen. So wie an jedem Morgen … seit unvorstellbar langer Zeit. Aber all das … ist noch weit weg. Das ist die Sorge des Morgens … nicht die der Nacht. Jetzt … darfst du einfach nur … in der Dunkelheit ruhen.

Aber bis dahin … ist Nacht. Die Sonne ist untergegangen … und alles darf ruhen. Die Wärme des Tages … ist verklungen … ganz sacht. Und über dir … ist es dunkel … und still. Du musst nichts mehr tun. Du musst nichts mehr wissen. Die Sonne kommt morgen wieder … ganz gewiss. Und du darfst jetzt schlafen. Schlaf gut. Gute Nacht. Bis morgen Abend.

Quelle, Lizenz und wie das entsteht

Dieser Text beruht auf dem Wikipedia-Artikel «Sonne». Die Artikel stehen unter CC BY-SA 4.0; dieser bearbeitete Text steht unter derselben Lizenz.

Der Text wurde automatisch erstellt, gegen die Quelle geprüft und von einer computergenerierten Stimme vorgetragen – deshalb gibt es jeden Abend eine neue Folge. Mehr dazu unter Über Fridolin und Lizenz & Quellen.