Das Reh auf der stillen Wiese

Worum es in dieser Einschlafgeschichte geht
Eine Wiese in der Dämmerung, und am Waldrand ein Reh. Diese Einschlafgeschichte für Erwachsene erzählt vom rotbraunen Sommerfell und grauen Winterkleid, vom hellen Fleck am Hinterteil, den die Jäger den Spiegel nennen, und von den feinen Sinnen des scheuen Tiers.
Der Geruchssinn ist sein wichtigster Sinn. Das Reh ist ein wählerischer Feinschmecker, hält viele kleine Mahlzeiten und käut wieder, wie eine Kuh. Das Kitz liegt in den ersten Wochen versteckt im hohen Gras und wartet auf seine Mutter, und das Geweih des Bockes wächst jedes Jahr neu.
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Der ganze Text dieser Einschlafgeschichte
Stell dir eine Wiese vor. Es ist früher Abend … und die Luft wird kühl. Am Rand der Wiese steht ein Wald … dunkel … und still. Über dem Gras liegt ein feiner Dunst … und alles ist ganz ruhig. Und dann … tritt aus dem Schatten der Bäume … ganz leise ein Reh hervor. Es macht ein paar zögernde Schritte … und bleibt dann stehen. Es hebt den Kopf … und lauscht in die Stille. Seine großen Ohren drehen sich … langsam … hierhin … und dorthin. Alles ist ruhig. Und so senkt es den Kopf … und beginnt im weichen Gras zu äsen. Rund um die Wiese … kommt der Abend ganz langsam. Die letzten Vögel singen noch leise … irgendwo in den Bäumen. Ein sanfter Wind … streicht durch das hohe Gras … und lässt es leise wogen. Die Farben werden weicher … das Grün wird tiefer … das Licht wird golden. Und mitten in diesem stillen Bild … steht das Reh. Es gehört ganz selbstverständlich dazu … wie das Gras … und die Bäume … und der Abend.
Ein zierliches Tier: Sommerfell, Winterkleid, Spiegel
Ein Reh ist ein zierliches Tier. Nicht groß … und ganz fein gebaut. An der Schulter … reicht es dir etwa bis zur Hüfte. Und es wiegt nur so viel … wie ein größeres Kind. Seine Beine sind dünn … und zierlich. Und doch trägt es sich damit … ganz leicht und lautlos über die Wiese. Es ist gebaut für die Ruhe … und für die leise Flucht. Wenn ein Reh über eine Wiese zieht … sieht das ganz zart aus. Es setzt die feinen Hufe behutsam … und bewegt sich fast ohne einen Laut. Und wenn es einmal springt … dann fliegt es mit weichen, hohen Sätzen davon … und landet ganz leicht wieder im Gras. Kaum berührt es den Boden … schon schwebt es zum nächsten Sprung. Doch meist … geht es ganz ruhig und bedächtig. Schritt für Schritt … über die stille Wiese.
Einschlafgeschichte weiterlesenDie restlichen 3.615 Wörter, Wort für Wort wie Fridolin es erzählt
Im Sommer trägt das Reh ein rotbraunes Fell. Warm … und glatt … und glänzend. Es leuchtet in der Abendsonne … fast wie poliertes Kupfer. Doch im Herbst … wechselt das Reh sein Kleid. Das rote Fell fällt aus … und ein dichtes, graues Winterfell wächst nach. Es ist dicker … und wärmer … und hält die Kälte des Winters ab. So trägt das Reh zweimal im Jahr … ein neues Kleid. Ein leichtes für den Sommer … und ein warmes für den Winter.
Am Hinterteil … trägt das Reh einen hellen, fast weißen Fleck. Die Jäger nennen ihn den Spiegel. Er leuchtet hell aus dem Gras heraus … und ist schon von Weitem zu sehen. Wenn ein Reh vor dir durch die Wiese zieht … siehst du oft zuerst diesen weißen Fleck … der sanft über das Gras wandert. Und erschrickt das Reh einmal … so stellt es die weißen Haare des Spiegels auf. Dann leuchtet der Fleck noch heller … und wird auf einmal größer. Ein stilles Zeichen … das auch andere Rehe sofort verstehen. Und wenn mehrere Rehe beisammen sind … sieht man in der Dämmerung … mehrere solcher hellen Flecken … die sich ruhig über das Feld bewegen.
Die feinen Sinne: Ohren, Augen, Nase
Am schönsten am Reh … ist sein wacher, aufmerksamer Kopf. Zwei große, lang-ovale Ohren … so lang wie ein guter Teil des Kopfes. Sie drehen sich unabhängig voneinander … und fangen jeden leisen Laut ein. Ein Knacken im Unterholz … ein Rascheln im Gras. Und die Augen … liegen weit an den Seiten des Kopfes. So kann das Reh fast rundherum sehen … und bemerkt jede Bewegung.
Doch am feinsten … ist seine Nase. Der Geruchssinn ist beim Reh der wichtigste Sinn. In seiner Nase … sitzen viele Millionen winziger Riechzellen. Damit nimmt es Düfte wahr … die für uns längst verweht sind. Über Hunderte von Metern hinweg … kann es etwas wittern. Und so weiß das Reh … ob die Luft rein ist … oder nicht … noch bevor es irgendetwas sieht. Oft stellt es sich mit der Nase in den Wind. Und liest darin … wie in einer unsichtbaren Landschaft. Es riecht das feuchte Gras … die Erde … die Bäume … und jedes andere Tier in der Nähe. Für uns ist die Abendluft einfach nur frisch. Für das Reh aber … ist sie voller feiner Botschaften. Und wenn alles vertraut riecht … und kein fremder Laut zu hören ist … dann ist das Reh ganz ruhig. Dann senkt es den Kopf … und äst in aller Gelassenheit. Und auch die großen Ohren … sind immer in leiser Bewegung. Sie drehen sich … ganz für sich … mal nach vorn … mal zur Seite … mal nach hinten. So fängt das Reh die Geräusche ein … aus allen Richtungen. Das Zwitschern eines Vogels … das Rascheln des Windes im Laub … das leise Knistern im Gras. Die meisten dieser Laute … kennt es gut … und sie beunruhigen es nicht. Es hört sie … ordnet sie ein … und äst ruhig weiter. Nur ein ganz fremder Laut … lässt es kurz aufhorchen. Dann hebt es den Kopf … und lauscht. Und ist alles wieder still … senkt es den Kopf von Neuem.
Das Reh hebt den Kopf … und lauscht in die Stille.
Ein wählerischer Feinschmecker
Ein Reh ist ein wählerischer Feinschmecker. Es frisst nicht einfach das ganze Gras ab … wie eine Kuh auf der Weide. Es sucht sich das Beste heraus. Die zartesten Knospen … die jungen Triebe … die feinsten Kräuter. Ein bisschen Heidelbeere … ein paar frische Blätter … eine junge Knospe. Von hier ein wenig … von dort ein wenig. So wandert es langsam über die Wiese … und pflückt sich die feinsten Bissen. Ganz bedächtig … Halm für Halm. Im Wald mag es die Blätter der Heidelbeere … und die zarten Triebe der jungen Bäume. Ein wenig Efeu … ein paar frische Kräuter … die weichen Knospen an einem Zweig. Und auf den Feldern … knabbert es gern an jungem Getreide. An zarten Halmen … die eben erst gewachsen sind. Es kennt seine Pflanzen genau. Es weiß, was ihm bekommt … und was es besser stehen lässt. Und immer sucht es sich … nur das Zarteste … und das Beste.
Und weil das Reh so kleine Mahlzeiten hält … frisst es nicht nur einmal am Tag. Sondern viele Male … über den ganzen Tag verteilt. Immer wieder ein wenig … und dann wieder eine Pause. Acht Mal … elf Mal … am Tag. Ein ruhiger Rhythmus aus Fressen und Ruhen … Fressen … und Ruhen. Den ganzen Tag hindurch.
Wiederkäuen im hohen Gras
Denn wie eine Kuh … ist auch das Reh ein Wiederkäuer. Wenn es eine Weile geäst hat … sucht es sich einen ruhigen Platz. Es legt sich ins hohe Gras … auf eine Seite … ein Bein unter den Körper geschoben. Und dann … käut es in aller Ruhe wieder. Es holt die Nahrung noch einmal herauf … und kaut sie langsam … und gründlich. Der Kopf ist erhoben … die Ohren spielen leise. Ein Bild von großer Ruhe. Ein Reh … das im Gras liegt … und kaut. Beim Äsen … schluckt das Reh die Nahrung zunächst nur grob hinunter. Sie sammelt sich in einem ersten Magen. Und später … wenn das Reh ruhig und sicher liegt … holt es sie wieder herauf. In kleinen Portionen … und kaut sie nun in aller Ruhe fertig. So muss es beim Fressen nicht lange verweilen … draußen auf der offenen Wiese. Es sammelt rasch … und käut dann in Ruhe wieder … gut versteckt … im Dickicht. Ein kluger, ruhiger Weg … mit der Nahrung umzugehen.
Und manchmal … lässt es den Kopf ganz sinken. Legt ihn auf die Flanke … oder auf den Boden … und döst ein wenig. Rehe schlafen nicht lange am Stück. Nur kurze Weilen … immer wieder. Ein bisschen Schlaf … dann wieder ein wachsamer Blick. Dann wieder Schlaf. Immer halb in der Ruhe … und halb in der Welt. So verbringt das Reh seinen Tag … in einem ruhigen Wechsel. Ein wenig äsen … ein wenig wiederkäuen … ein wenig ruhen … ein wenig schlafen. Am liebsten ist es unterwegs … in der Dämmerung. Am frühen Morgen … wenn der Tau noch im Gras liegt. Und am Abend … wenn das Licht weich und golden wird. Dann tritt es aus dem Wald … auf die stillen Wiesen hinaus.
Am Waldrand zu Hause – und der Tag eines Rehs
Das Reh lebt am liebsten dort … wo Wald und Wiese sich treffen. Am Waldrand … an den Lichtungen … in den dichten Büschen. Tagsüber … zieht es sich gern ins Dickicht zurück. Dorthin, wo es dicht und geschützt ist. Und zum Fressen … kommt es hinaus auf die offenen Flächen. So hat es beides … ein sicheres Versteck … und eine reiche Wiese. Man findet das Reh fast überall … in den Wäldern und Feldern des ganzen Landes. In Deutschland … in der Schweiz … in Österreich. Von den flachen Ebenen … bis hoch hinauf in die Berge.
Ein Tag im Leben eines Rehs … verläuft ganz ruhig und geordnet. In der frühen Morgendämmerung … tritt es hinaus auf die taunasse Wiese … und äst die ersten zarten Halme. Wenn die Sonne höher steigt … und der Tag wärmer wird … zieht es sich zurück ins schattige Dickicht. Dort legt es sich nieder … und käut in aller Ruhe wieder. Es döst … und ruht … die Stunden über. Ab und zu steht es auf … reckt sich … und legt sich wieder hin. Und wenn der Abend kommt … und das Licht wieder weich wird … tritt es erneut hinaus auf die Wiese. So wechseln sich Fressen und Ruhen ab … den ganzen Tag … und die ganze Nacht hindurch. Ein ruhiges, gleichmäßiges Leben … im Takt von Licht und Dämmerung.
Das Reh hebt den Kopf … und lauscht in die Stille.
Das Kitz, versteckt im hohen Gras
Im späten Frühling … kommen die jungen Rehe zur Welt. Man nennt das Weibchen die Ricke … und das Junge das Kitz. Meist im Mai … oder im Juni … bringt die Ricke ihr Kitz zur Welt. Oft sind es sogar zwei. Gleich nach der Geburt … leckt die Mutter ihr Kitz ganz sauber. Sie putzt es sanft … von Kopf bis Fuß. Das kleine Kitz … ist am Anfang noch ganz wackelig auf den Beinen. Doch schon nach kurzer Zeit … kann es stehen … und den ersten Schritten folgen. Und bald … sucht es sich sein erstes Versteck im Gras. Ein Kitz ist ein zartes, kleines Wesen. Sein Fell ist rotbraun … und über den Rücken … und die Flanken … mit vielen kleinen, weißen Flecken übersät. Diese Flecken sehen aus wie Sonnentupfen … wie Licht, das durch die Blätter fällt. Und genau das ist ihr Sinn. Zwischen dem Gras … und den Schatten … ist das gefleckte Kitz kaum zu sehen. Es verschwindet fast … in Licht und Schatten des Waldbodens.
In den ersten Wochen … liegt das Kitz die meiste Zeit ganz still. Versteckt im hohen Gras … unter einem Busch … gut gedeckt. Es rührt sich kaum … und macht keinen Laut. So bleibt es verborgen … während die Mutter in der Nähe äst. Und mehrmals am Tag … kommt die Ricke leise zurück. Sie säugt ihr Kitz … und putzt es sanft. Dann zieht sie wieder ein Stück fort … und das Kitz legt sich erneut ins Gras. Ganz ruhig … und geduldig … wartet es auf sie. Von Tag zu Tag … sucht sich das Kitz ein neues Plätzchen. Immer ein Stück weiter … in einem anderen Büschel Gras. Und hat die Ricke zwei Kitze … so legen sie sich nicht nebeneinander … sondern jedes für sich … ein Stück voneinander entfernt. So ist immer nur eines an einem Ort … gut versteckt … und ganz still. Es ist erstaunlich … wie ruhig so ein kleines Kitz liegen kann. Ganz reglos … den Kopf flach auf den Boden gelegt … und wartet.
Zwischen Mutter und Kitz … gibt es einen leisen Ruf. Ein feines, hohes Fiepen. So finden die beiden zueinander … im hohen Gras … und im Dickicht. Ein sanfter, kleiner Laut … den nur sie beide verstehen. Und nach ein, zwei Monaten … verblassen die weißen Flecken des Kitzes. Es wird größer … und kräftiger … und läuft nun überall der Mutter hinterher. Es ist ein schönes Bild … im Sommer. Die Ricke … und hinter ihr … zwei junge Kitze. Sie ziehen gemeinsam über die Wiese … in der weichen Abendsonne. Die Mutter äst in Ruhe … und die Kitze bleiben dicht bei ihr. Sie hüpfen ein wenig umher … knabbern hier … und dort … und lernen, was gut schmeckt. Und immer wieder … sehen sie nach der Mutter. So lernt ein junges Reh … wo die besten Wiesen sind … und welche Wege sicher sind. Ganz nebenbei … Tag für Tag … an der Seite der Mutter.
Das Geweih des Bockes, jedes Jahr neu
Beim männlichen Reh … dem Bock … wächst etwas ganz Besonderes auf dem Kopf. Ein kleines Geweih. Es ist nicht groß … meist nur eine Handbreit lang … mit ein paar kurzen Enden. Und das Erstaunliche ist … der Bock trägt es nicht das ganze Leben. Jedes Jahr … wirft er sein Geweih ab. Im Herbst fällt es einfach herunter … und liegt im Laub. Und dann … ganz langsam … wächst ein neues nach. Über den Winter … schiebt es sich Stück für Stück wieder hervor. Während das Geweih wächst … ist es von einer weichen Haut überzogen. Man nennt sie den Bast. Diese Haut ist samtig … und warm durchblutet … und nährt das wachsende Geweih. Wie eine schützende Hülle. Und wenn das Geweih fertig gewachsen ist … im Frühling … dann streift der Bock den Bast ab. Er reibt sein Geweih … sanft an jungen Zweigen und Sträuchern. Und darunter kommt das fertige Geweih zum Vorschein … fest … und blank. So bekommt der Bock jedes Jahr … ein neues Geweih … ganz von selbst.
Das Jahr des Rehs – und der Winter in der Gruppe
So zieht das Jahr des Rehs dahin … in einem ruhigen Kreis. Im Frühling … wird das Gras wieder grün und saftig. Die Rehe legen ihr rotes Sommerkleid an … und die Ricken bringen ihre Kitze zur Welt. Überall im hohen Gras … liegen die kleinen, gefleckten Kitze versteckt. Im Sommer … ist die Wiese voller Leben. Die Rehe finden reichlich Nahrung … zarte Kräuter … und junge Triebe. Die Kitze werden größer … und laufen nun neben der Mutter her … und lernen, wo die besten Plätze sind. Es ist die satte, warme Zeit des Jahres. Im Herbst … wird es kühler … und stiller. Die Rehe wechseln ins graue Winterkleid … und die Böcke werfen ihr Geweih ab. Die Blätter fallen … und der Wald wird langsam kahl. Und im Winter … wird das Futter knapp. Nun rücken die Rehe zusammen … und stehen als Gruppe auf den weiten Feldern. Sie sparen ihre Kraft … und warten geduldig … bis der Frühling wiederkommt. Und wenn er kommt … beginnt alles von vorn. Das grüne Gras … das rote Kleid … die neuen Kitze. Jahr um Jahr … derselbe ruhige Kreis.
Rehe sind meist für sich. Im Sommer … lebt die Ricke mit ihren Kitzen … und der Bock zieht allein durch sein Gebiet. Jeder Bock hat seinen eigenen Bereich … ein Stück Wald und Wiese … in dem er sich auskennt. Und die Ricken … bleiben oft in der Nähe ihrer Familie. Junge Weibchen … kehren später wieder dorthin zurück … wo sie selbst als Kitz gelegen haben. So teilen sich verwandte Rehe … über die Jahre … dieselben ruhigen Wiesen. Jedes Reh kennt sein Gebiet ganz genau. Es weiß, wo die besten Wiesen liegen … und wo das dichteste Versteck ist. Es weiß, wo es am Tag geschützt ruhen kann … und wo es am Abend die zartesten Halme findet. Es kennt jeden Winkel … jeden Busch … jede Lichtung. So bewegt sich das Reh durch seine Welt … sicher … und vertraut … wie durch ein Zuhause, das es genau kennt.
Doch wenn der Winter kommt … tun sich die Rehe zusammen. Vor allem die Rehe auf den offenen Feldern … schließen sich zu größeren Gruppen zusammen. Man nennt so eine Gruppe … einen Sprung. Manchmal sind es nur ein paar Tiere … manchmal aber auch viele. Gemeinsam stehen sie auf den kahlen Feldern … und suchen nach etwas Fressbarem. Zusammen ist es leichter … durch die kalte, karge Zeit zu kommen. Liegt Schnee auf den Feldern … so stehen die Rehe eng beisammen … und ruhen. Ihr dichtes Winterfell hält sie warm. Bei jedem Atemzug … steigt eine kleine, weiße Wolke aus ihren Nüstern. Und wenn es ganz still ist … stehen sie einfach da … im weiten, weißen Feld … und ruhen. Der Winter verlangt ihnen Geduld ab. Doch die Rehe kennen das. Sie warten … ganz ruhig … bis die Tage wieder länger werden. Und wenn der Frühling wiederkommt … lösen sich die Gruppen wieder auf. Und jedes Reh … zieht wieder für sich.
Die Sprache der Rehe
Das Reh hebt den Kopf … und lauscht in die Stille. Rehe haben auch ihre eigene Sprache. Meistens sind sie ganz leise. Doch wenn ein Reh erschrickt … stößt es manchmal einen kurzen, bellenden Laut aus. Man nennt das … das Schrecken. Es klingt fast … wie das kurze Bellen eines Hundes. Und dann … ist es wieder still. Meist aber … verständigen sich die Rehe ganz leise. Mit feinem Fiepen … und mit ihrer feinen Nase. Wenn es Nacht wird … ruht das Reh in seinem Lager. Ein flacher Platz im hohen Gras … oder unter einem Busch. In hellen Mondnächten … zieht es manchmal noch einmal hinaus … und äst im silbrigen Licht. Ganz leise … über die stille, glänzende Wiese. Doch meist … liegt es einfach da … und ruht. Kaut ein wenig wieder … döst ein wenig … und lauscht in die Nacht.
Vielleicht magst du dir vorstellen … du sitzt selbst an einem solchen Waldrand. Ganz still … auf einer Bank … oder im weichen Gras. Der Abend ist mild. Über der Wiese liegt das letzte, goldene Licht. Du bewegst dich nicht … und machst keinen Laut. Und nach einer Weile … wenn alles ganz ruhig geblieben ist … tritt ein Reh aus dem Wald. Es äugt kurz herüber … und weil du so still bist … senkt es beruhigt den Kopf. Und beginnt zu äsen. Du darfst ihm einfach nur zusehen. Wie es Schritt für Schritt weiterzieht. Wie es hier ein Hälmchen zupft … und dort ein Blatt. Wie es ab und zu den Kopf hebt … lauscht … und wieder weiterfrisst. Es ist ein ganz einfaches Bild. Und doch … wird man dabei ganz ruhig. Die Zeit scheint langsamer zu gehen. Der Atem wird tiefer. Und alle Gedanken … werden leiser. Nur noch das Reh … und die Wiese … und der Abend.
Ganz im Augenblick – und die Wiese wird Nacht
So ein Reh … lebt ganz im Augenblick. Es denkt nicht an gestern … und sorgt sich nicht um morgen. Es ist einfach da … frisst … ruht … und lauscht. Ganz im jetzigen Moment. Und wenn wir ihm zusehen … dann kommen auch wir ein wenig dort an. Im ruhigen Jetzt … wo nichts drängt … und nichts fehlt. Vielleicht darfst auch du jetzt … alles Weitere loslassen. Den Tag … der hinter dir liegt. Und den morgigen … der noch weit weg ist. Nur dieser eine, ruhige Augenblick … zählt jetzt. Dein Atem … der geht. Und die weiche, dunkle Nacht … die dich hält.
Draußen auf der Wiese … wird es nun ganz langsam Nacht. Die letzten Farben verblassen … und alles wird grau … und dann dunkel. Die Bäume am Waldrand … sind nur noch stille Schatten. Und über allem … öffnet sich der weite, ruhige Nachthimmel. Die Rehe haben sich längst niedergelegt. Hier eines … dort eines … über die weite Wiese verteilt. Jedes in seinem eigenen, warmen Lager … tief im weichen Gras. Sie haben den Tag hinter sich gelassen … und sind ganz zur Ruhe gekommen. Und über ihnen … zieht ganz langsam die Nacht dahin. Die Sterne wandern … kaum merklich. Der Mond steigt höher. Und die Wiese … atmet ganz leise … im Schlaf. Nichts muss jetzt geschehen. Niemand muss irgendwohin. Alles darf einfach nur ruhen … bis der Morgen wiederkommt. Die Rehe … die Wiese … der Wald. Und du.
Weißt du … das Reh muss sich um nichts kümmern in dieser Nacht. Es hat gefressen … es hat geruht. Nun liegt es einfach da … und ist zufrieden. Es muss nichts mehr entscheiden … und nichts mehr bedenken. Der Tag ist getan. Und genauso … darfst auch du jetzt alles beiseitelegen. Alles, was heute war … und alles, was morgen kommt. Für diese eine Nacht … brauchst du dich um nichts zu sorgen. Du darfst einfach nur liegen … warm … und schwer … und ruhig. So wie das Reh in seinem Gras. Ganz geborgen … in der stillen, dunklen Nacht. Spür noch einmal deinen Atem. Wie er kommt … und geht. Ganz von allein … ganz ruhig. Mit jedem Ausatmen … wirst du ein wenig schwerer … und sinkst ein wenig tiefer.
Stell dir das noch einmal vor. Die Wiese am Waldrand … im letzten, weichen Abendlicht. Das Reh … das ruhig im hohen Gras liegt. Die dünnen Beine … ordentlich unter den Körper gelegt. Der Kopf noch erhoben … die großen Ohren spielen leise. Und dann … ganz langsam … wird auch der Kopf schwer.
Es kaut noch ein wenig … ganz gemächlich. Der Dunst legt sich über die Wiese. Der Wald wird dunkel … und ganz still. Und das Reh … liegt warm und geborgen in seinem Gras. Nichts stört es mehr. Die Nacht ist ruhig … und sicher. Vielleicht liegt in der Nähe noch ein zweites Reh. Auch es hat sich ins Gras gebettet … und ist zur Ruhe gekommen. Und über der ganzen Wiese … liegt nun eine tiefe, samtige Stille. Der letzte Vogel ist verstummt. Der Wind hat sich gelegt. Nur ab und zu … knistert es leise im Gras … wenn ein Reh sich ein wenig anders legt. Und dann … ist es wieder ganz still. Am Himmel … kommen langsam die ersten Sterne heraus. Und der Mond … legt ein sanftes, silbernes Licht über die Wiese.
Und so … wie das Reh dort im Gras liegt … darfst auch du jetzt ruhen. Ganz weich … ganz warm … ganz geborgen. Du musst nichts mehr tun. Nichts mehr hören … nichts mehr sehen. Nur ruhig liegen … und langsam atmen. So wie das Reh … das im dunklen Gras zur Ruhe gekommen ist. Vielleicht spürst du … wie schwer dein Körper langsam wird. Wie er ganz weich … in die Unterlage sinkt. Die Schultern werden schwer … und ganz locker. Die Arme … die Hände … die Beine … alles wird ruhig … und still. So wie sich das Reh ins Gras schmiegt … darfst du dich ganz fallen lassen. Getragen … und geborgen … von der ruhigen Nacht. Und mit jedem Atemzug … wirst du ein wenig ruhiger. Ein … und wieder aus. Ganz langsam … ganz sacht.
Das Reh senkt den Kopf. Die Ohren werden still. Die Wiese schläft. Über allem steht der stille Mond … und wacht über die schlafende Wiese. Über das Reh in seinem Gras … und über dich in deinem Bett. Alles ist ruhig. Alles ist an seinem Platz. Und alles darf jetzt schlafen. Und du … schläfst mit ihr ein. Ganz ruhig … ganz weit weg jetzt. Und du darfst jetzt schlafen. Gute Nacht. Schlaf gut. Bis morgen Abend.
Quelle und Lizenz
Dieser Text beruht auf dem Wikipedia-Artikel «Reh». Die Artikel stehen unter CC BY-SA 4.0; dieser bearbeitete Text steht unter derselben Lizenz.
Der Text wurde automatisch erstellt, gegen die Quelle geprüft und von einer computergenerierten Stimme vorgetragen – deshalb gibt es jeden Abend eine neue Folge. Verantwortlich für Themenauswahl und Stichproben ist Michael Feer. Mehr dazu unter Über Fridolin und Lizenz & Quellen.