Die Rotbuche – der stille Wald aus silbergrauen Stämmen

Worum es in dieser Einschlafgeschichte geht
Ein stiller Buchenwald aus silbergrauen Stämmen, hoch wie Säulen, unter einem weichen grünen Blätterdach. Diese Einschlafgeschichte geht ganz langsam durch die Jahreszeiten – vom zarten Frühlingsgrün bis zum goldenen Herbstlaub.
Bis dreißig Meter hoch, im dichten Wald noch höher, und zwei- bis dreihundert Jahre alt. Die Rinde bleibt glatt und silbergrau, anders als bei den meisten anderen Bäumen. Ihr Schatten ist so dicht, dass am Boden fast nichts mehr wächst – der eigene Nachwuchs kommt auch im Halbdunkel zurecht. Bucheckern sind ihre Früchte, klein und dreikantig, und aus dem Holz werden gebogene Stühle.
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Der ganze Text dieser Einschlafgeschichte
Stell dir einen Wald vor. Es ist später Nachmittag … und ganz still. Um dich herum stehen hohe Bäume. Ihre Stämme sind glatt … und silbergrau … und steigen weit hinauf … bis zu den Kronen. Es ist ein Buchenwald. Ein Wald aus lauter Rotbuchen. Das Licht fällt von oben durch die Blätter … und wird dabei ganz weich … und grün. Ein sanftes, grünes Dämmerlicht … das über dem Waldboden liegt. Und hoch über dir … ein leises Rauschen … in den Blättern.
Du legst eine Hand an einen der Stämme. Die Rinde ist glatt … und kühl … und fest. Anders als bei vielen anderen Bäumen … bleibt die Rinde der Buche glatt … bis ins hohe Alter. Kein grobes, rissiges Muster … nur diese ruhige, silbergraue Haut. Manchmal sieht man feine Narben darauf … Stellen, an denen früher ein kleiner Zweig saß. Wie leise Erinnerungen … an das Wachsen. Am Fuß ganz alter Buchen … wird die Rinde manchmal ein wenig gröber … und legt sich in ruhige, breite Falten. Doch weiter oben … bleibt sie glatt … und hell … und still. Steht man in einem alten Buchenwald … und blickt umher … sieht man lauter solche grauen Säulen. Sie steigen empor … ganz gerade … wie die Pfeiler in einer großen, stillen Halle.
Bis dreißig Meter hoch, dreihundert Jahre alt
Eine Rotbuche kann sehr groß werden. Bis zu dreißig Meter hoch … und im dichten Wald sogar noch höher. Dort stehen die Bäume eng beieinander … und strecken sich nach dem Licht. Ihre Stämme werden lang und gerade … und die Kronen sitzen erst weit oben. Ein Baum, der frei auf einer Wiese steht … sieht ganz anders aus. Er wird nicht so hoch … aber breit … und ausladend … mit einer großen, runden Krone. Ein weites, grünes Dach … unter dem es schattig und kühl ist.
Einschlafgeschichte weiterlesenDie restlichen 3.546 Wörter, Wort für Wort wie Fridolin es erzählt
Und eine Rotbuche kann sehr alt werden. Zwei-, dreihundert Jahre sind möglich. Weit oben in den Bergen … in einem stillen Wald in Österreich … fand man einmal zwei ganz besondere Buchen. Die ältere von beiden … war über fünfhundert Jahre alt. Ihre ersten Jahresringe … reichen zurück bis ins Jahr vierzehnhundertvierundsiebzig. Und das Schöne daran … sie ist gar nicht besonders groß. Schlank … und ruhig … stand sie da. Ihre ersten hundert Jahre … verbrachte sie ganz im Schatten der größeren Bäume. Ganz langsam … ganz geduldig … wuchs sie heran. Auch in der Schweiz stehen alte Buchen. Bei einem Ort namens Maienfeld … wächst eine, die etwa dreihundert Jahre zählt. Ihr Stamm ist so mächtig … dass ihn kaum mehrere Menschen mit ausgestreckten Armen umfassen können. Rund sieben Meter … misst er im Umfang. So ein Baum hat viel gesehen. Ganze Menschenleben lang … stand er einfach da … und wuchs … ganz sacht … weiter.
Manchmal steht eine Buche ganz allein … mitten auf einer Wiese. Dann breitet sie ihre Krone weit aus … zu einem großen, runden Dach. Von Weitem sieht man sie schon … wie einen grünen Hügel am Horizont. Und im Sommer … wirft sie einen weiten, kühlen Schatten auf das Gras. Dorthin kommen die Tiere … um in der Mittagshitze zu ruhen. Und auch Menschen setzen sich gern darunter … und schauen hinauf in das raschelnde Grün. So ein Baum ist wie ein alter Freund … der immer am selben Ort steht … und auf den man sich verlassen kann. Vielleicht fragst du dich … warum sie Rotbuche heißt. Ihre Blätter sind doch grün … und ihre Rinde ist grau. Der Name kommt vom Holz. Wenn man den Stamm aufsägt … schimmert das Holz ganz leicht rötlich. Nur ein sanfter, warmer Ton … tief im Innern des Baumes. Daher der Name … Rotbuche. Das Holz ist fein … und gleichmäßig … mit einer ruhigen, dichten Maserung. Bei ganz alten Bäumen … bildet sich manchmal ein dunklerer Kern in der Mitte. Ein warmer, brauner Kern … der wie ein Muster durch das helle Holz zieht. Tischler schätzen dieses Holz besonders … und machen daraus schöne, ruhige Möbel.
Knospen, Blätter und das Farbenspiel im Herbst
Bevor die Blätter kommen … sitzen an den Zweigen die Knospen. Lange … schmale … spitze Knospen … in einem warmen, hellen Braun. Sie sehen aus wie kleine, feine Spindeln … fest verschlossen … und geduldig. Den ganzen Winter über … warten sie so … und halten die jungen Blätter verborgen. Und wenn im Frühling die Wärme kommt … dann schwellen sie an … und öffnen sich ganz langsam. Am schönsten sind die Blätter. Im Frühling brechen sie auf … ganz zart … und frisch … und hellgrün. Die jungen Blätter haben einen feinen, seidigen Rand … mit weichen, hellen Härchen. Als wären sie noch ganz neu auf der Welt. Im Sommer werden sie dunkler. Oben glänzend und tiefgrün … unten heller und matt. Ihr Rand ist leicht gewellt … und feine Nerven ziehen wie kleine Adern hindurch. Millionen solcher Blätter … bilden zusammen das große, grüne Dach.
Ein leises Rauschen … hoch oben in den Blättern. Und im Herbst … beginnt ein langsames Farbenspiel. Zuerst werden die Blätter blassgelb. Dann golden … und orange … und schließlich rotbraun. Der ganze Wald leuchtet dann warm … in einem tiefen, sanften Braun. Und viele der jungen Buchen … lassen ihre vertrockneten Blätter nicht los. Den ganzen Winter über … hängen sie noch an den Zweigen. Und rascheln leise … im kalten Wind.
Leg dich einmal in Gedanken unter eine große Buche … und schau hinauf. Über dir … Schicht um Schicht … liegen die Blätter übereinander. Das Licht kommt nur in kleinen, hellen Flecken hindurch … und wandert langsam … wenn sich die Zweige im Wind bewegen. Ein sanftes Spiel aus Grün und Licht … hoch über dir. Im Sommer ist es dort unten kühl und schattig. Die Buche ist wie ein großes Dach … das Schutz gibt … vor der Sonne … und vor dem Regen. Fällt ein leiser Sommerregen … so trommelt er zuerst oben auf die Blätter. Und erst nach einer Weile … tropft es ganz sacht … von Blatt zu Blatt … herab.
Im Frühling ist es am schönsten. Dann liegt für ein paar Tage … ein zartes, hellgrünes Leuchten über dem ganzen Wald. Als wäre ein grüner Schleier … über die Zweige gelegt worden. Ganz frisch … ganz jung … ganz leicht. Und mit jedem Tag … wird das Grün ein wenig dichter … und dunkler … bis der Sommer da ist.
Ihr dichter Schatten – und das einzelne Blatt
Doch das Besondere an der Buche … ist ihr Schatten. Ihre Blätter stehen so dicht … dass nur wenig Licht bis zum Boden kommt. Unter einer großen Buche … ist es kühl … und schattig … und ruhig. Und weil so wenig Licht durchdringt … wächst am Boden nur wenig. Der Waldboden ist weich … bedeckt mit alten, braunen Blättern. Man geht ganz leise darauf … Schritt für Schritt. Und zwischen den hohen, glatten Stämmen … ist es still … wie in einer großen, grünen Halle. Und am Boden … wächst nur wenig. Ein paar niedrige Waldkräuter … die mit dem wenigen Licht auskommen. Sonst ist da vor allem … die weiche, braune Decke aus alten Blättern. Und sind die Blätter erst einmal da … kehrt der weiche Schatten zurück … und der Waldboden ruht wieder. Die alten Blätter am Boden … zerfallen mit der Zeit ganz von selbst. In ein, zwei Jahren … werden sie zu weicher, dunkler Erde. So macht sich die Buche … ihren eigenen guten Boden. Blatt um Blatt … Jahr um Jahr.
Sieh dir ein einzelnes Blatt einmal genau an. Es ist oval … und läuft vorne in eine sanfte Spitze aus. Der Rand ist leicht gewellt … und trägt einen feinen, seidigen Saum. Und durch das Blatt ziehen kleine Nerven … wie feine, verzweigte Flüsschen. Ein junges Blatt fühlt sich weich an … und ist am Rand ganz zart behaart. Hält man es gegen das Licht … scheint das feine Netz der Adern hindurch. Nur wenige Pflanzen … kommen mit so wenig Licht zurecht. Ein paar niedrige Waldkräuter … wachsen zwischen den alten Blättern. Sonst breitet sich vor allem … die ruhige, braune Blätterdecke aus. Weich … und still … über dem ganzen Boden.
Menschen gehen gern durch einen Buchenwald. An einem ruhigen Nachmittag … auf weichen Wegen … unter dem grünen Dach. Die Luft ist kühl … die Stämme still … und mit jedem Schritt wird man ein wenig ruhiger. Es ist ein guter Ort … um die Gedanken langsamer werden zu lassen. Und wenn man den Stamm einer alten Buche aufsägt … sieht man viele feine Ringe. Einen für jedes Jahr, das sie gewachsen ist. Ring um Ring … von innen nach außen. Bei einem sehr alten Baum … sind es Hunderte solcher feinen Linien. Jede erzählt von einem Jahr … von einem Sommer … von einem Winter. Ein ganzes, langes, ruhiges Leben … in lauter feinen Kreisen.
Ein Schattenbaum – und der Baum Mitteleuropas
Die junge Buche macht das nichts aus. Denn sie ist ein Schattenbaum. Auch im Halbdunkel unter den großen Bäumen … kann ein kleines Buchenbäumchen wachsen. Ganz langsam … ganz geduldig … wartet es auf seine Zeit. Und fällt irgendwann ein großer Baum … und ein Loch tut sich auf im Dach … dann strömt das Licht herein. Und die junge Buche … streckt sich hinauf … und wächst.
Die Rotbuche ist der Baum Mitteleuropas. Würde man das Land einfach sich selbst überlassen … so wären weite Teile davon … wieder mit Buchenwald bedeckt. Sie ist der häufigste Laubbaum in unseren Wäldern. In Deutschland macht sie etwa fünfzehn von hundert Bäumen im Wald aus. In der Schweiz sind es sogar rund neunzehn. Und in Österreich etwa zehn … das sind über dreihundert Millionen Bäume. Überall im deutschsprachigen Raum … stehen ihre stillen, grauen Stämme. Und sie wächst an vielen Orten. Auf sanften Kalkhügeln … und in weiten Ebenen … und hoch hinauf in die Berge. In den Bergwäldern … mischt sie sich mit Tannen und Fichten … und teilt sich mit ihnen den Hang. Im Süden der Alpen … klettert sie erstaunlich hoch hinauf. Dort bildet sie manchmal die letzten Bäume … ganz oben … bevor der offene Berg beginnt. Weiter kommt kein anderer großer Baum … nur die geduldige Buche.
Dabei war sie nicht immer hier. Vor sehr langer Zeit … in einer kalten Zeit … war die Buche aus unseren Gegenden verschwunden. Sie überdauerte weit im Süden … in wärmeren Ländern. Und erst vor etwa zehntausend Jahren … kam sie langsam wieder zurück nach Norden. Ganz gemächlich … Baum für Baum … Wald für Wald … eroberte sie das Land zurück. Im Frühling blüht die Buche. Ihre Blüten sind klein … und unscheinbar … und erscheinen zugleich mit den jungen Blättern. Kein großes, buntes Blühen … nur feine, grünliche Büschel … die im Wind ein wenig schwingen. Man muss schon genau hinsehen … um sie überhaupt zu bemerken.
Bucheckern, und wie langsam ein Bäumchen wächst
Und im Herbst … trägt die Buche ihre Früchte. Man nennt sie Bucheckern. Kleine, dreikantige Nüsschen … die zu zweit in einer stachligen Hülle sitzen. Ist die Hülle reif … springt sie auf … in vier Teile … und die kleinen Nüsschen fallen zu Boden. Und dann kommen die Tiere. Eichhörnchen … und kleine Mäuse … sammeln die Bucheckern ein. Sie tragen sie fort … und verstecken sie an vielen Orten im Boden … als Vorrat für den Winter. Doch nicht jedes Versteck … wird auch wiedergefunden. Und aus mancher vergessenen Buchecker … wächst im Frühling ein neues Bäumchen. So hilft das kleine Eichhörnchen … ganz nebenbei … dem ganzen Wald. Nicht in jedem Jahr trägt die Buche gleich viel. Manche Jahre bringen nur wenige Früchte. Und dann, nach einem trockenen, heißen Sommer … kommt ein Jahr mit einer großen Fülle. Dann liegt der ganze Waldboden … voller kleiner Bucheckern. Der Baum steckt dann fast seine ganze Kraft … in diese vielen kleinen Nüsschen. Als wollte er in einem Jahr … gleich einen ganzen neuen Wald aussäen.
So ein neues Bäumchen wächst nicht schnell. Im tiefen Schatten der Großen … nimmt es sich viele Jahre Zeit. Erst wenn es älter ist … und ein wenig mehr Licht bekommt … legt es an Höhe zu. Die Buche ist ein geduldiger Baum. Sie hat es nicht eilig. Ein leises Rauschen … hoch oben in den Blättern. Unter der Erde … hat die Buche ein weit verzweigtes Wurzelwerk. Man nennt es ein Herzwurzelsystem. Mehrere kräftige Wurzeln … laufen nach unten … und schräg nach außen. Und von ihnen zweigen unzählige feine Wurzeln ab … die den Boden ganz dicht durchziehen. So steht die Buche fest verankert … und holt sich Wasser und Nahrung aus der Erde.
Das Holz: gebogene Stühle und gutes Brennholz
Auch der Mensch schätzt die Buche seit Langem. Ihr Holz ist fein … und gleichmäßig … und angenehm zu bearbeiten. Man kann es gut hobeln … und gut drechseln. Und wenn man es mit Dampf erwärmt … wird es weich … und lässt sich biegen. Vor langer Zeit … im Jahr achtzehnhundertdreißig … fand ein Tischler einen Weg … Buchenholz in weiche Bögen zu biegen. Daraus entstanden Stühle … mit schön geschwungenen Lehnen. Leicht … und rund … und elegant. Bis heute macht man aus Buchenholz … Möbel … und Parkettböden … Spielzeug … Kochlöffel … und Bürsten. Ein Parkettboden aus Buche … ist hell … und warm … und angenehm unter den Füßen. Und ein Spielzeug aus Buchenholz … liegt glatt und warm in der Hand. Es ist ein Holz … das man gerne anfasst. Fein geschliffen … und rund … und immer ein wenig warm. In vielen alten Kaffeehäusern … stehen bis heute die gebogenen Buchenholz-Stühle. Leicht … und rund … und immer noch schön.
Und Buchenholz ist ein gutes Brennholz. Es brennt lange … und ruhig … und gibt eine schöne, warme Glut. Ein Feuer aus Buchenholz … knistert leise im Kamin … und wärmt einen langen Abend hindurch. Stell dir vor … du sitzt an einem kühlen Abend davor. Die Scheite glimmen tiefrot … und geben eine ruhige, gleichmäßige Wärme ab. Ab und zu ein leises Knistern … ein kleiner Funke … und wieder Stille. Das Buchenholz brennt langsam … und lässt sich Zeit … wie der Baum selbst.
Früher nutzte man die Buche noch auf andere Art. In den Bergen … sammelten die Menschen die welken Blätter … und legten sie ins Vieh-Stroh. Und junge Buchenzweige … band man zu Bündeln … und trocknete sie als Winterfutter für die Ziegen. Die Ziegen mochten die Buchenblätter gern. So war die Buche früher ein Teil des täglichen Lebens. Sie gab Holz zum Bauen … und zum Heizen … Laub für den Stall … und Futter für das Vieh. Ein Baum, von dem man vieles nehmen konnte … und der doch immer wieder nachwuchs. Aus der Asche des Buchenholzes … und ein wenig Sand … konnte man sogar Glas herstellen. Ein grünlich schimmerndes Glas … das man das Waldglas nannte.
Besondere Formen für Parks und Gärten
Es gibt die Rotbuche auch in besonderen Formen … die man in Parks und Gärten pflanzt. Da ist die Blutbuche … mit dunklen, rötlich schimmernden Blättern. Im Sommer steht sie da … wie ein großer, dunkelroter Schatten. Und da ist die Trauerbuche … deren Zweige lang herabhängen … wie ein grüner Vorhang bis zum Boden. Man kann darunter stehen … ganz versteckt … in einem grünen Zelt aus Blättern. Und es gibt die krumme Süntelbuche … mit wunderlich verdrehten Ästen … die sich winden … und biegen … und schlingen.
Aber am schönsten ist die Buche … einfach im Wald. Geh in Gedanken noch einmal hinein. Die Luft ist kühl … und ein wenig feucht. Es riecht nach Erde … nach Laub … nach Holz. An manchen alten Stämmen … wächst unten ein weiches, grünes Moos. Und über die Wurzeln, die aus dem Boden treten … ist es wie ein sanfter, grüner Teppich gelegt. Die großen Wurzeln laufen weit hinaus … und halten den Baum … und den Boden … zusammen. Nichts wankt hier … nichts eilt. Setz dich in Gedanken an einen Stamm. Lehn den Rücken an die glatte, kühle Rinde. Über dir das grüne Dach … unter dir der weiche Boden. Und rundum … nur die stillen, grauen Stämme. Ein leises Rauschen … hoch oben in den Blättern. Sonst nichts.
Der Buchenwald als Zuhause
Der Buchenwald ist auch ein Zuhause. Für viele Tiere … und Pflanzen. In die glatten Stämme … zimmern Spechte ihre Höhlen. Der Buntspecht … der Grauspecht … und der große, schwarze Schwarzspecht. Sie klopfen eine runde Öffnung in den Stamm … und höhlen dahinter eine kleine Kammer aus. Und dort … gut geschützt … ziehen sie ihre Jungen auf. Später ziehen andere ein … in die verlassenen Höhlen. So wird ein alter Buchenstamm … zu einem stillen Haus mit vielen Zimmern. Und wie viele Lebewesen ein Buchenwald beherbergt … das ist kaum zu zählen. In einem geschützten Buchenwald … haben Forscher einmal nachgesehen. Sie fanden über zweitausend verschiedene Arten. Käfer und Falter … Vögel und Pilze … Moose und kleine Kräuter. So viele stille Nachbarn … unter einem einzigen grünen Dach.
Am Morgen … wenn die Sonne noch tief steht … liegt oft ein feiner Nebel zwischen den Stämmen. Das Licht fällt in schrägen Streifen herein … und die ersten Vögel beginnen zu singen. Am Mittag … ist der Wald hell und ruhig … und die Wärme steht zwischen den Bäumen. Am Abend … wird das Grün wieder dunkler … und die Vögel werden leiser. Und in der Nacht … steht der Buchenwald ganz still. Nur ab und zu ein leises Knacken … oder ein Windhauch in den Kronen. Und so geht es auch durch das Jahr. Im Frühling … das zarte, hellgrüne Leuchten. Im Sommer … das dichte, kühle Dach. Im Herbst … das warme Gold … und der langsame Fall der Blätter. Und im Winter … die kahlen, grauen Stämme … still und geduldig im kalten Licht. Immer wieder … Jahr um Jahr … dasselbe ruhige Kommen und Gehen. Die Buche macht das alles ganz ohne Eile. Sie treibt aus … sie trägt … sie ruht. Und beginnt im nächsten Frühling von Neuem.
Geh im Herbst einmal durch so einen Wald. Der Boden ist bedeckt mit goldenen Blättern. Bei jedem Schritt raschelt es leise … und die Blätter wirbeln ein wenig auf. Das Licht fällt tief und warm zwischen die Stämme … und alles leuchtet in ruhigem Braun und Gold. Und überall am Boden … liegen die kleinen Bucheckern. Jetzt kommen die Tiere in den Wald. Mäuse und Eichhörnchen … Vögel … und andere Waldtiere … suchen die Nüsschen zwischen den Blättern. Ein reich gedeckter Tisch … bevor der Winter kommt. Und dann wird es still und kalt. Die Buche hat ihre Blätter fallen lassen … und steht nun kahl. Ihre grauen Äste … zeichnen ein feines Muster gegen den Winterhimmel. Fällt Schnee … so legt er sich sacht auf die Zweige … und der ganze Wald wird ganz leise. An den Zweigen aber … sitzen schon die schmalen, braunen Knospen. Fest verschlossen … und geduldig. In ihnen … warten die neuen Blätter … auf den nächsten Frühling. Der Baum schläft … und träumt vielleicht … vom Grün.
Ein Blatt, ein Sturm und die kühle Waldluft
Denk noch einmal an den Wald. An die hohen, glatten Stämme … silbergrau … und ruhig. An das weiche, grüne Licht … das von oben herabfällt. An den weichen Boden aus alten Blättern … unter deinen Füßen. Und an das leise Rauschen … hoch oben in den Kronen.
Denk an ein einziges Blatt. Im Frühling kam es aus einer schmalen Knospe … ganz zart … und weich … und hellgrün. Den ganzen Sommer hing es dort oben … fing das Licht … und half dem Baum zu wachsen. Im Herbst wurde es golden … und braun … und löste sich schließlich vom Zweig. Ganz langsam schwebte es herab … und legte sich zu den anderen auf den Boden. Und dort … über die Monate … wurde es ganz sacht zu Erde. Aus dieser Erde … zieht die Buche wieder neue Kraft. Und treibt im Frühling … ein neues, zartes Blatt. So schließt sich der Kreis … ganz ruhig … immer wieder.
Und wenn ein Sturm durch den Wald geht … dann biegen sich die Kronen. Die Zweige schwanken … die Blätter rauschen laut. Doch die großen Stämme … stehen fest und ruhig. Tief in der Erde … halten die weiten Wurzeln sie sicher. Und wenn der Sturm vorüber ist … steht die Buche wieder still. Als wäre nichts gewesen. Geh in Gedanken ein letztes Mal in den Wald. Es ist jetzt später Abend … und das Licht wird ganz weich. Die hohen Stämme stehen um dich herum … still … und grau … und ruhig. Weit oben treffen sich die Kronen … und bilden ein großes, grünes Gewölbe. Es ist ein wenig … wie in einer stillen, grünen Kathedrale. Hohe Säulen … ein weites Dach … und ein sanftes, gedämpftes Licht. Alles ist ruhig hier. Kein Lärm … keine Eile … kein Hasten. Nur die großen, geduldigen Bäume … und der weiche Boden unter dir.
Du atmest die kühle Waldluft ein. Sie riecht nach Blättern … nach Erde … nach Holz. Mit jedem Atemzug … wirst du ein wenig ruhiger. Ein … und aus. So langsam … wie sich die Zweige wiegen. Über dir … ein letztes, leises Rauschen in den Blättern. Und dann … wird auch das ganz still. Der Wald legt sich zur Ruhe. Und du … darfst es ihm gleichtun. So eine alte Buche … hat schon viele Menschen kommen und gehen sehen. Sie stand hier … lange vor uns. Als unsere Großeltern Kinder waren … stand sie schon groß und ruhig an ihrem Platz. Und sie wird noch hier stehen … lange nach dieser Nacht. Sie verlangt nichts. Sie eilt nirgendwohin. Sie wächst einfach … ganz langsam … Jahr um Jahr … Ring um Ring. Und in ihrer großen, stillen Geduld … liegt etwas sehr Beruhigendes. Etwas, das sagt … alles hat seine Zeit … und alles ist gut.
Die Buche steht dort … seit vielen Jahren. Sie hat viele Winter gesehen … und viele Frühlinge. Jedes Jahr treibt sie neue Blätter … ganz zart und hellgrün. Jeden Herbst lässt sie sie fallen … in warmen, braunen Farben. Und jeden Winter … steht sie ruhig und kahl … und wartet. Ganz geduldig … auf das nächste Frühjahr. Ein leises Rauschen … hoch oben in den Blättern. Das Licht wird weicher … und dunkler. Der Wald wird still. Die Vögel sind zur Ruhe gekommen. Und die großen Buchen … stehen einfach da … ruhig … und fest … und geduldig. Und du … darfst jetzt auch zur Ruhe kommen. Du musst nichts mehr tun. Nichts mehr denken … nichts mehr wissen. Die Buche steht. Das Licht verblasst. Der Wald atmet ganz langsam. Und du … atmest mit. Ein … und aus. So ruhig wie die Buche … die durch so viele Jahre steht. Die keinen Sturm fürchtet … und keine lange Nacht. Die einfach da ist … und wächst … ganz ohne Eile. Und dich mit ihrer Ruhe … ganz sacht … in den Schlaf trägt. Ein leises Rauschen … hoch oben in den Blättern. Ganz weit weg jetzt.
Und du darfst jetzt schlafen. Gute Nacht. Schlaf gut. Bis morgen Abend.
Quelle und Lizenz
Dieser Text beruht auf dem Wikipedia-Artikel «Rotbuche». Die Artikel stehen unter CC BY-SA 4.0; dieser bearbeitete Text steht unter derselben Lizenz.
Der Text wurde automatisch erstellt, gegen die Quelle geprüft und von einer computergenerierten Stimme vorgetragen – deshalb gibt es jeden Abend eine neue Folge. Verantwortlich für Themenauswahl und Stichproben ist Michael Feer. Mehr dazu unter Über Fridolin und Lizenz & Quellen.